What is organizational communication?

Heute ein echter Leckerbissen: Matt Koschmann (U of Colorado) hat ein sehenswertes Whiteboard-Video produziert, das in knapp 20 Minuten den aktuellen Forschungsstand in der Organisationskommunikation anschaulich und verständlich erzählt. Studenten des Hauptseminars: “Kommunikative Konstitution der Organisation” hatten bereits eine Sneak-Preview: Es lohnt sich – nicht nur an einem verregneten April-Wochenende. Enjoy!

[via Dennis Schoeneborn und das OaC-Network]

Info Master Organsiation und Wissen, 28.03, HS03, 18:40 – 19:10 Uhr

Was kann man im Masterprogramm Gesellschafts- und Kommunikationswissenschaft, Schwerpunkt Organisation und Wissen studieren? Welche Berufsaussichten sind möglich? Diese Fragen beantworten wir gerne am Master-Infoabend an der Universität Luzern. Programm als PDF. Der Schwerpunkt Organisation und Wissen wird ab 18:40 in HS 03 an der Unilu vorgestellt.

Und vor allem: was macht man nach dem Master? Als kleinen Teaser haben wir hier die Karrierewege einiger Absolventen illustriert.

Verstärkung gesucht!

Wir suchen Verstärkung für unser Team. Bewerbung bis 15. April möglich.

New Institutionalism Workshop: Economic Rationalization

Im Rahmen des 8th New Institutionalism Workshop, der am 14./15. März in Barcelona stattfinden wird, werden erste Forschungsergebnisse einem internationalen Publikum vorgestellt. Unter dem Titel From social movement to economic rationalization and beyond – dynamics of standardization in the fair trade-sector wird die historische Entwicklung des Fairen Handels mit einem neo-institutionalistischen Ansatz analysiert. Dabei zeichnet sich eine ökonomische Rationalisierung des Fairen Handels ab, die sowohl zu Konkurrenzverhältnissen zwischen Standardisierungsorganisationen als auch zu Koordinationsbestrebungen geführt.

Projektbeschreibung: Organisation und Rationalisierung des Fairen Handels
Zu Effekten institutionalisierter Zertifizierungsstrukturen im Schweizer Baumwollmarkt. Leitung: Prof. Dr. Raimund Hasse, Zeitdauer des Projekts: 2011-2014, finanziert vom SNF. Projektmitarbeitende: Nadine Arnold, MA und Judith Kausch, MA

Standards und Standardisierungen sind ein allgegenwärtiges Phänomen unserer modernen Gesellschaft. Sowohl im Supermarkt, wo Lebensmittel nach unterschiedlichen Standards produziert und verpackt werden als auch beim Skifahren, wo Skibindungen und Helme bestimmte Sicherheitsstandards zu erfüllen haben, werden wir mit Standardisierungen konfrontiert.

Trotz dieser Omnipräsenz von Standards werden diese in der Soziologie selten thematisiert. Mit dieser Studie soll ein Beitrag zur Schliessung dieser Forschungslücke beigetragen werden. Dazu wird der Faire Handel untersucht. Dieses Fallbeispiel ist in diesem Kontext von besonderem Interesse, da sich der Faire Handel dank der Einführung von Zertifizierungen und Gütesiegeln von einem Nischenmarkt zu einem Mainstream-Phänomen entwickeln konnte. Denn seit Fair Trade-Güter zertifiziert und mit einem Label ausgezeichnet werden, vertreiben auch Grossverteiler Fair Trade Ware. Dieser Wandel hat einen weltweiten Fair Trade-Boom ausgelöst. Im Forschungsprojekt werden die Auswirkungen diese Mainstreaming für das Feld des Fairen Handels analysiert. Dazu wird der Schweizer Baumwollmarkt, wo seit kurzem zertifizierte Fair Trade Produkte eingeführt worden sind, untersucht. Zur Gewinnung von Datenmaterial werden Interviews mit Vertretern von Organisationen, welche in den Handel von Fair Trade Baumwolle involviert sind, durchgeführt. Dazu gehören unteren anderen: Max Havelaar Schweiz, Caritas, Helvetas, Migros, Coop, Manor, Switcher, Remei, Claro.

Neue Publikationen

Druckfrisch ist das Handbuch Organisationstypen bei Springer VS mit einem Beitrag von Thomas Drepper & Veronika Tacke zum Thema: “Schule als Organisation”.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ebenfalls erschienen ist der Beitrag von Raimund Hasse & Georg Krücken “Ökonomische Rationalität, Wettbewerb und Organisation. Eine wirtschaftssoziologische Perspektive” im Sammelband Wirtschaftliche Rationalität.

Interview mit Sarah Zielmann zum Thema Mikropolitik

Sarah Zielmann bietet im FS 2012 das Seminar Mikropolitik – Machtspiele in Organisationen im Studiengang Gesellschafts- und Kommunikationswissenschaften an. Wir haben dazu ein kleines Interview mit ihr!

Sarah Zielmann, Machtspiele in Organisationen – was kann man denn darunter verstehen?
Organisationen sind ein Geflecht von verschiedenen Mitarbeitern, die – übergeordnetes Ziel hin oder her – recht heterogene Interessen verfolgen. Jeder ist darum bemüht, die eigene Einflusssphäre zu sichern. Die Beziehungsgefüge in Organisationen erhalten so betrachtet „politischen Charakter“: die Organisationsmitglieder nutzen Handlungsspielräume, um andere für ihre eigenen Vorstellungen zu instrumentalisieren. Dieses Verhalten bezieht sich übrigens nicht ausschliesslich auf negativ-manipulierendes Handeln! Es kann ebenso Eigeninitiative im Dienst der Sache sein oder eigenverantwortliches Supra-Rollenverhalten. Wichtig ist zudem zu berücksichtigen, dass jedes Organisationsmitglied über spezifische Machtressourcen verfügt. Es setzt sich also nie einer gegen alle durch, sondern Entscheidungen werden ausgehandelt – wobei etwa Intransparenz, Mehrdeutigkeiten und Widersprüche diese “Machtspiele” befördern. Diese wiederum lassen sich mit Hilfe so genannter „mikropolitischer Konzepte“ erfassen. Das ist u.a. auch spannend, da sich (informale) Machtzentren aufdecken lassen. Diese können durchaus entgegengesetzt zu den funktionalen Anforderungen liegen. Ergebnis sind oftmals Notlösungen, Kompromisse oder stillschweigende Übereinkünfte oder ganz simpel etwas anderes als das, was der Organisation an sich dienlicher wäre.

Können Sie ein typisches Beispiel machen?
In einem Spital lässt sich das Problem der Inselkommunikation beobachten. Damit ist gemeint, dass die Ärzte andere Interessen verfolgen als die Mitarbeiter des Pflegedienstes, also die Krankenschwestern und Pfleger sowie die Mitarbeiter der Verwaltung. Nun verfolgt die Spitalleitung u.a. das Ziel, möglichst effizient zu sein. Das heisst, Patienten sollen kostengünstig, aber schneller als anderswo “gesund gemacht” werden. Stellen wir uns vor, die Verwaltung beschliesst deshalb, andere Kanülen als bisher zu kaufen, weil sich damit pro Stück 5 Rappen sparen lassen. Was die Verwaltung nicht weiss ist, dass davon meist zwei verbraucht werden, weil sich damit schlechter stechen lässt und es dann erst im zweiten Anlauf klappt. Den Ärzten ist das aber egal, sie machen sogar eine Art Wettbewerb, wer es wie oft mit nur einer schafft. Die Krankenschwestern und Pfleger haben nun häufiger entzündete Einstichstellen zu versorgen – und schieben das insbesondere auf zwei neu eingestellte Ärzte zurück, vor denen sie deshalb weniger Respekt haben, so dass die Zusammenarbeit in gemeinsamen Schichten schwierig ist. Ein Pfleger erkennt das Problem und meldet es bei der Verwaltung. Er wartet damit aber bis zu dem Tag, an dem jeder offiziell Verbesserungsmassnahmen benennen kann, wobei für die beste Idee ein Preis winkt. Alle schweigen gegenüber der Spitalleitung, dass es vor dem Ausweichen auf die schlechtere Kanüle mal besser und billiger ging, denn die Spitalleitung wird von keiner Seite besonders geschätzt. Ein externer Berater, der helfen soll Kosten zu sparen, wird temporär angestellt. Der Berater hat ein zweites Standbein mit dem Geschäft von Kanülen

Aus welcher organisationswissenschaftlichen Perspektive kann man sich dem Thema Mikropoltik annähern?
Der Begriff Mikropolitik wurde erstmals vor rund 50 Jahren von Tom Burns (im Jahre 1961) verwendet und bezieht sich auf das Gefüge von Handlung und Struktur. Ziel ist es nicht, den internen „Kleinkrieg“ als solchen zu ergründen, sondern es wird der Zusammenhang von organisationalem Handeln und Organisationsstrukturen untersucht: wie gelingt es den Organisationsmitgliedern, unter den organisationalen Bedingungen Macht aufzubauen und Einfluss auszuüben? Es lassen sich eine Reihe von unterschiedlichen mikropolitischen Ansätzen – aus der Managementlehre, der Ökonomie und der Soziologie – unterscheiden, die jeweils spezifische Erkenntnisinteressen verfolgen. Gemeinsam ist ihnen eine Abgrenzung vom „Rationalitätsmodell“, das heisst, es wird nicht davon ausgegangen, dass Verhaltensweisen in Organisationen einer einheitlichen Zielverfolgung dienen. Vielmehr geht es um den Einsatz von Macht zur Durchsetzung bestimmter Interessen. Die Konzepte lassen sich hingegen danach unterscheiden, wie das Verhältnis von Handlung und Struktur erfasst wird: während die einen Vertreter davon ausgehen, dass das Handeln dominiert, sind die anderen der Ansicht, es dominiere die Struktur und schliesslich gibt es auch die Perspektive, dass Handeln und Struktur als wechselseitig wirksam betrachtet werden.

Was können die TeilnehmerInnen in Ihrem Seminar lernen?
Es erfolgt eine eingehende Erörterung an Grundlagenwissen, und zwar sowohl in Bezug auf Begrifflichkeiten und Konzepte als auch hinsichtlich methodischer Zugänge zur Erfassung mikropolitischer Strategien. Das hilft zunächst, auf der abstrakten Ebene Machtspiele in Organisationen greifbar zu machen. In Gruppenarbeit leiten die Studierenden dann weiterführende Forschungsfragen ab, die im Rahmen der Lehrveranstaltung bearbeitet werden. Die Ergebnisse werden im Plenum präsentiert, diskutiert und gemeinsam eingeordnet. In der Gesamtsicht profitieren die Studierenden sowohl von dem theoretischen Rüstzeug als auch der Befähigung, selbst mikropolitische Prozesse zu beoachten.

Und was wünschen Sie sich von den TeilnehmerInnen?
Es würde mich freuen, auch TeilnehmerInnen mit echtem Interesse am Thema im Seminar zu haben. Darüber hinaus ist es besonders fruchtbar, wenn sie gern lesen, mitdenken und mitarbeiten – und auch Widerspruch wagen. Gerade eine Blockveranstaltung lebt von der Mitarbeit aller. Inhalt und Struktur stehen und ich bin gespannt auf die Handlungen im Seminar!

Vielen Dank für das Interview, Sarah Zielmann, und viel Erfolg und Freude bei der Lehrveranstaltung der Unilu!

Direkt zur Lehrveranstaltung: Mikropolitik in Organisationen: Code FS121405 im Uniportal

Sneak-Preview FS 2012

Was steht nach den wohlverdienten Weihnachtsferien auf dem Programm im Schwerpunkt Organisation? Hier eine kleine Auswahl unserer Lehrveranstaltungen für das kommende Semester:

Bachelor-Veranstaltungen

  • Gesellschaft und Organisation – Eine Einführung (Vorlesung Prof. Dr. Raimund Hasse, Luzern)
  • Kluges Entscheiden (Hauptseminar, Prof. Dr. Günter Ortmann, Hamburg)
  • Mikropolitik – Machtspiele in Organisationen  (Hauptseminar, Sarah Zielmann, Zürich)
  • Organisation als Kommunikation (kommunikative Konstitution von Organisationen, Swaran Sandhu, Luzern)
  • Organisierte soziale Ungleichheiten (Hauptseminar, Prof. Dr. Michael Nollert, Fribourg)
  • Schule als Organisation – theoretische Bestimmungen und empirische Bezüge (Hauptseminar, Dr. Thomas Drepper, Luzern)
  • Standardisierung: Entwicklung, Ausbreitung und Anwendung von Standards (Hauptseminar, Nadine Arnold, Luzern)
  • Economie des conventions – ein neuer pragmatischer Institutionalismus (Hauptseminar, Prof. Dr. Rainer Diaz-Bone, Luzern)
  • Besprechungen in Organisationen (Hauptseminar, Stephan Kirchschlager, Luzern)

Master-Veranstaltungen

  • Finanzmarktkapitalismus (Masterseminar, Prof. Dr. Jürgen Beyer)
  • Kluges Entscheiden (Hauptseminar, Prof. Dr. Günter Ortmann, Hamburg)
  • Charity Work Organisationen (Masterseminar, Dr. Eva Passarge & Swaran Sandhu, Luzern)
  • Organisation und Innovation (Masterseminar, Dr. Eva Passarge)
  • Ausgewählte Probleme sozialer Dienstleistungsorganisationen (Prof. Dr. Thomas Klatetzki, Siegen)
  • Grounded Theory und Situationsanalyse (Prof. Dr. Rainer Diaz-Bone, Luzern)

Einen guten Start ins neue Jahr und Semester!

 

Mapping Organisationskommunikation

Die schönsten Geschenke haben sich unsere Studierenden dieses Jahr selbst gemacht, indem Sie eine Landkarte der Ringvorlesung “Theorie und Praxis in der Organisationskommunikation” angefertigt haben. Vielen Dank dafür!

Hier eine kleine Auswahl…

Viel Spass und ein gutes neues Jahr wünscht das Team Organisation.

Kommunikation in der Krise: 13.12.2011, 15-17 Uhr

Kommunikation in der Krise: Herausforderung für die Organisationskommunikation und –beratung
  • Dr. Ansgar Thiessen, Knobel Corporate Communications, Zug
  • Organisationskommunikation in Theorie und Praxis. Öffentliche Ringvorlesung im Herbstsemester 2011
  • Di, 13. Dezember 2011, 15.15 – 16.15 Uhr
  • Universität Luzern, Frohburgstrasse 3, Raum 3.A05

Als Abschluss unserer Ringvorlesung haben wir einen “Doppelpack” für Sie vorbereitet.

Im Gastvortrag führt Dr. Ansgar Thiessen in die Systemik der Krisenkommunikation ein. Im zweiten Teil wird die Präsidentin der ZSPR, Brigitte Heinreich, ein Grusswort und Überblick über den Verband bieten. Daran anschliessend findet ab 16:20 eine Podiumsdiskussion zum Thema “Wege in die Organisationskommunikation – Berufsbild, Qualifikation, Chancen” mit Dr. Ansgar Thiessen und Mark Vogel von Feldervogel aus Luzern statt.

Zur Vorbereitung können wir Ihnen folgende Lektüre empfehlen:

Wir freuen uns auf Ihr Kommen!

Der Vortrag findet im Rahmen der Vorlesungsreihe Organisationskommunikation in Theorie und Praxis in Kooperation mit der ZSPR Zentralschweizer Public Relations Gesellschaft statt.

 

 

Was ist Leistung? 13.12.2011, 17:30 Uhr

Die nicht leistungsförmigen Grundlagen der Leistung